Sterne

Der Wald ist voller gelber, roter und brauner Blätter, die sich an den Ästen zwischen den grünen Tannen und Fichten emporschieben, hin zu einem Himmel der noch hell ist, auch wenn die letzten Sonnenstrahlen schon die letzten Wipfel streifen.

Das Licht fällt noch auf die Lichtung und beleuchtet das grüne Moos und die Pflanzen.

Aber schon bald wird auch hier die Dunkelheit sein, die unter den Tannen schon überall um sich greift.

-

Jetzt ist Dunkelheit.

Der Mond hat sich hinaufgestellt und steht über den Bäumen des Waldes, die immer kahler in den Nachthimmel zeigen. Noch ist der Himmel nicht schwarz, sondern in einem bläulichen Grau in das immer dunklere Schatten ziehn. Noch sind keine Sterne da.

Aber bald werden sie im klaren Himmel über allen Wegen stehn.

Die Sterne..

Ewige Gefährten des Menschen und Ausdruck der letzten und tiefsten Sehnsucht des Herzens. Ewig sein, im unendlichen Raum und eingegliedert in die große Ordnung des Seins. Alles überblickend, alles übersteigend, alles übergreifend und doch still und klar und unberührt.

Dann irgendwann, nach langer Zeit, mit einem letzten Verlöschen, einem letzten Weg sich aus dem Sichtbaren lösen, sich vergessen und wie ein Funke vergehn.

Dabei Kinderherzen streifen, Blicke auf sich ziehn und die Schönheit allen Seins in einen Augenblick bannen, der unwiderruflich geschieht.

Und dann neu sein, unerkannt, unbekannt, ungesehen und dennoch da. Eingebettet in die neue Welt. In die Welt hinter der Schwelle, hinter der Grenze der letzten Dinge..





4 Ansichten

DT

  • Amazon Social Icon
  • Youtube